Montag, 18. Oktober 2010

CHICKEN CHETTINAD & PARIS

SÜDINDIEN Tamil Nadu

Drei klassische 'Chicken' Rezepte kenne ich aus der Indischen Küche: Da wären das TANDOORI CHICKEN, Hähnchen bestrichen mit würzigem Joghurt im Tandoori Ofen gebacken, das CHICKEN KORMA, aus Kashmir - mit einer ganz hervorragenden Curry Küche - und das CHICKEN CHETTINAD, aus einer Region in Südindien, genauer gesagt der Region Tamil Nadu, die geprägt ist von den 'Chettiars' den Gewürzhändlern und Kaufleuten Südindiens. Madras, heute Chennai ist die bekannteste Stadt in der Region. (Ist in einem Gericht Kokos dabei, kann man davon ausgehen, dass es sich um südindische Küche handelt).



MULTIKULTI im 10. Arrondissement von Paris

Angeregt durch den Besuch eines Tamil Nadu Restaurants in Paris, haben wir heute ein CHICKEN CHETTINAD gekocht. Das von aussen ganz einfach wirkende Restaurant DISHNY liegt im 10. Arrondissement in der Rue Cail, das Menü kostet ca. 15 Euro. Hier reiht sich ein indisches Restaurant an das andere, dazwischen indische Gewürzhändler und Händler, die von der Elektronik über Werkzeuge bis zu hinduistischen Heiligenbildchen, alles anbieten. Diese Gegend rund um die Metro Station ' La Chapelle' gilt auch als das Indische Viertel der Stadt. Vor allem Südinder und Einwander aus Sri Lanka leben hier in einer multikulturellen Vielfalt zusammen mit Afrikanern, Arabern und Studenten. In der Rue Philippe Girard gibt es einen Ganesha Tempel und jedes Jahr im Sommer wird auf den Straßen ein großes Fest zu Ehren des hinduistischen Gottes mit dem Elefantenkopf gefeiert.




KOZHI VARATHA KOSAMBU 
(CHICKEN CHETTINAD)




Zutaten für 4 Personen
4 Hähnchenkeulen ca. 1 kg (am besten BIO, Mais- oder Freiland-Hähnchen verwenden)
2 Tl Poppy Seed (helle Mohnsamen)
100 g Kokosflocken
1 Tl Fenchel Samen
1 ca. 5 cm lange Zimtstange
3 grüne Kardamoms
4 Nelken
1 Tl Turmeric Pulver (Gelbwurz oder Kurkuma)
1 Tl Garam Masala Pulver
1/2 Tasse Öl (am besten Erdnussöl, das kann sehr hoch erhitzt werden)
1 große Zwiebel, in Stücke geschnitten
2 cm  einer frischen Ingwerwurzel, in fein geschnitten
4 Knoblauchzehen, ebenfalls fein gewürfelt
1 Sternanis (ganz)
3 Tl Chili Pulver (hier kann variiert werden, je nachdem wieviel Schärfe man verträgt. Wir haben Chiliringe verwendet, ohne Kerne)
4 getrocknete Chilis, ganz
1 Dose Schältomaten
Salz
ca. 1/2 Liter Wasser
1 Limette (die eine Hälfte als Saft, die andere in Scheiben schneiden)
Ein paar Curry Blätter
1/2 Tasse frische Koriander Blätter, grob gehackt.


Das sieht jetzt nach furchtbar vielen Zutaten aus, doch die Zutaten gibt es im Asien Laden für kleines Geld und sie halten sich sehr lange.
Man braucht nur zwei Töpfe für dieses Rezept: Eine Pfanne und einen Reistopf.
Die Poppy Seeds in der Pfanne ohne Fett rösten. Dann zusammen mit den Fenchelsamen, dem Kardamom, den Nelken, dem Kurkuma, dem Garam Masala, dem Salz und der Hälfte der Kokosflocken in einem Mörser zerstoßen.



Das Öl in der Pfanne erhitzen und darin die Zwiebeln für etwa 5 Minuten so anbraten, dass sie nur leichte Farbe annehmen (deshalb das Erdnussöl...). Den Ingwer, Knoblauch und etwa zwei Minuten später den Sternanis, die Curryblätter, den Chili und die Gewürze aus dem Mörser hinzugeben. Direkt gefolgt von etwas Wasser. Immer wieder Wasser zugeben, die Masse darf nicht anbrennen, aber auch nicht zu dünn werden. Etwa 5 Minuten sautieren.


Dann die Hähnchenschlegel hinzugeben und ebenfalls für 10 Minuten mitköcheln lassen. Die Tomaten hinzugeben, die restlichen Kokosflocken und evtl. wieder etwas Wasser zugeben.
Das ganze mit leicht geöffnetem Topfdeckel für etwa 1,5 Stunden (je nach der Größe der Hähnchenschlegel) simmern, leicht köcheln lassen.
Zum Schluß nochmal mit Salz und Limettensaft abschmecken. Vor dem Servieren mit einer Limettenscheibe und etwas Koriander dekorieren.


Als Beilage eignet sich Basmati Reis oder Thailändischer Duftreis hervorragend.
Erfrischend wirkt eine Joghurtsauce mit frischem Koriander, Limettensaft, Meersalz und etwas Cumin (Kreuzkümmel). Entweder etwas dickflüssiger oder als LASSI zum Trinken.





LASSI, BIER oder CHAMPAGNER?

Zu einem südindischen Gericht Wein zu trinken hat keinen Zweck, denn mit chiliverbrannter Zunge schmeckt man die feinen Weinaromen nicht mehr. Also BIER. Zum Beispiel Singha Bier.
Oder, das klingt jetzt allerdings sehr abgefahren: CHAMPAGNER!
Ein möglichst "dicker" Champagner, wie von Philippe Copin aus Vandières oder von André Perrin aus Chatillon s/ Marne.
Honig, Reife Früchte, lang, hefig bis käsig (wers mag). Das kommt durch und die Perlage sorgt für einen zusätzlichen Kick! Das kann sogar - in Kombination mit den Aromen der indischen Gewürze - soweit gehen, dass man alle Farben stärker sieht und völlig euphorisch wird ;-)


1 Kommentar:

  1. Gute Idee, ich könnte mal wieder nach Paris reisen oder zumindest etwas indisches kochen. :-)

    Die Gewürze gefallen mir gut. Und Koriander liebe ich auch!

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