Dienstag, 9. Juli 2013

Das Weinlatein, die Kritiker und der Rosé..

Ich habe dieses Bild gerade in facebook gepostet, nur dieses Bild - nicht mehr. Keine Weinbeschreibung, keine Weingutsbeschreibung, keine facts und keine Worte sonst...
...und genau dafür einen haufen "likes" bekommen. Typisch! grins..

What makes you happy?!


Jetzt muss ich dem mal wieder auf den Grund gehen, dabei wars mir eigentlich klar. Intuitiv. Weil es ist immer das gleiche. Da postet man ernsthaftes Zeugs so vor sich hin, will irgendwie die Leute belehren, Diskussionen auslösen, seine Meinung vertreten, sein Ding. In der Kochgruppe und in der Weingruppe erst recht (Ähem, ich gehör da ja auch dazu...). Da wird über Wein diskutiert, den kaum einer kennt, noch sich irgendwer leisten kann, aber man findet den Wein halt mal "geil", Neid. DAS Statussymbol. DAS Etikett. DER Name....




Bilder sagen mehr als Worte?


Dabei...hmm, ich würde mal sagen, hier ist es ist das Bild, es sind die Assoziationen. Jeder verbindet Rosé mit irgendwas, den Liegestuhl mit Sommer...den Rosé vielleicht mit Urlaub in Südfrankreich..., es sind die Farben, die Stimmung. Womit wir wieder bei der Weinbeschreibung sind, sie ist doch immer subjektiv. Erzählt mir nix, ich war lang genug dabei. Mit Weinmachern, Weinjournalisten, Gault Millau Kritikern. "Die Frau an seiner Seite". Nach 150 Weinen, die man/frau durchprobiert hat geht meiner Ansicht nach nix objektives mehr. Wie in der Schule werden Noten vergeben und das nach Gefühl, nach Intuition im besten Falle, ansonsten nach Sympathie oder nach Namen.

Das ganze Schnüffeln und Gelaber nützt nix. Erst bei der Blindprobe kommt der wahre Weinkenner hervor. Da wird dann mal schnell ein Frühburgunder aus Hainfeld (Pfalz) nach Neuseeland exportiert. Ein Sekt vom Aldi in der Champagner Kategorie. Aber mit dem Brustton der Überzeugung des "Weinkenners". Der Rosé landet in der 'eindeutig-Rotwein-Kategorie' und der Trollinger bei den Weißweinen. Ist doch auch völlig egal, Hauptsache es schmeckt.

Und doch, es gibt ein paar Jungs - und Mädels - da draußen unter den Weinkennern, die haben absolut Ahnung! Die haben ein olfaktorisches Gedächtnis und können das, was sie probiert haben zuordnen. Das ist Erfahrung und Intuition.

Und, um zum Rosé von Daniel Aßmuth zurück zu kommen. Das ist ein sehr toller Rosé aus der Pfalz. Wie soll ich das beschreiben? Nach dem JLF Test (Je Leerer die Flasche) ist er jedesmal leer geworden auf dem Tisch. Er ist dicht und kräuterig. Ein Wein von einem Weinmacher, der seine Arbeit im Weinberg sehr ernst nimmt. Der Rest steht auf seiner Homepage.


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Ein wenig mehr zu den Hintergründen und zu unseren Geruch- und Geschmacksnerven und welche Assoziationen Rosé (und andere Weine) in uns auslösen können, hier in meinem Beitrag zur Weinrallye #65: Der Rosé und die Assoziationen

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und hier noch ein Link zu einem Gespräch mit dem Bremer Neurobiologen und Philosophen Gerhard Roth, DIEWEIN:

"Eine Blindverkostung ist sicherlich objektiver. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es sich um Weinexperten handelt, die über eine sehr differenzierte Geschmacks-Geruch-Sensorik verfügen und keine ausgeprägten Vorurteile haben. Was sich ja feststellen lässt. Schließlich wissen wir, dass allein schon die Kenntnis des Preises oder der Berühmtheit der Herkunft auch das Urteil eines Fachmanns grotesk verzerren kann."

Kann man einen Wein „objektiv“ beurteilen? Und wie macht man das am besten? Ein Gespräch mit dem Bremer Neurobiologen und Philosophen Gerhard Roth.

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