Freitag, 9. August 2013

KAPUZINERKRESSE - oder das Auge isst mit

Kapuzinerkresse, Foto: Kaya U. Mangold, wiesengenuss
 

Die Kapuzinerkresse wurde zur Heilpflanze des Jahres 2013 gewählt


Kapuzinerkresse? Kresse? Hmm, Kresse kennt jeder, aus dem Supermarkt in diesen komischen Pappkartons, soll angeblich gesund sein und reichert den Salat mit etwas Schärfe und frischem Grün an. Gut für die Geschmacksnerven und fürs Gewissen, schließlich isst man/frau ja etwas 'gesundes'. Und irgendwie soll dieses Pflänzlein ja auch noch Vitamin C enthalten. Weil Salat enthält ja auch Vitamin C und ist gesund. Angeblich. Dass die Große Brennnessel 25 mal mehr Vitamin C als Kopfsalat enthält ist, eigentlich nur wenigen bekannt...

Es gibt diese Supermarktkresse, manche kennen auch die Brunnenkresse - aber viel interessanter sind sie: die Kapuzinerkresse, bzw. ihre Blüten. Erstens sehen sie schön aus und zweitens schmecken sie tatsächlich nach Kresse! Scharf, würzig mit einem Hauch feiner Süße. Ein paar wenige Blüten genügen, zur Würze. Kapuzinerkresse statt Senf.


facts...
oder die Kapuzinerkresse, der Kohl und der Senf

Die Kapuzinerkresse: Eine schöne Pflanze, die zur Familie der Kapuzinerkressepflanzen gehört und diese sind wieder mit den Kreuzblütlern verwandt, eine große Pflanzenfamilie, zu der die Kohlgewächse gehören und die Senfe, vereinfacht gesagt. Oder komplizierter: "Die Kapuzinerkressen (Tropaeolum) sind die einzige Pflanzengattung der Familie der Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae) innerhalb der Ordnung der Kreuzblütlerartigen (Brassicales)" - schreibt wikipedia oder steht in meinen Botanik Büchern.

Kohlgewächse und eben der Senf als Pflanze enthalten Senföle, genauer Senfölglycoside. Der Name sagt es ja schon. Also Senf in den Salat. Kapuzinerkresseblüten, etwas Kressekeimlinge oder/und etwas Dijon Senf in die Salatsauce. Würzt, sorgt für Schärfe und nebenher auch noch für Emulgierung. Sprich die unvereinbaren Zwei, also Essig und Öl, welche sich auch nach kräftigem Schütteln oder Rühren der Salatsauce immer wieder trennen - sie werden durch den Senf zu einem harmonischen Couple vereint. Noch ein bisschen Zucker dazu, Salz und Pfeffer. Süß, salzig, sauer, scharf, bitter, die Geschmacksnerven werden rundum bedient. Und wer noch den 6. Sinn bedienen mag, gibt noch etwas Umami dazu, zum Beispiel in Form von Gemüsebrühe, oder Maggi. Oh, nee letzteres ist ja in Verruf geraten. Glutamat! Oder die Chinarestaurant Allergie... Also Maggikraut nehmen, zu deutsch: Liebstöckel.


Doch das mit dem Senf in der Salatsauce ist eigentlich schon allen bekannt, zumindest denen, die gerne kochen. Eine Kapuzinerkresseblüte auf dem Salatteller ist jedoch etwas besonderes und sieht einfach schön aus. Dazu wird sie roh gegessen, das heißt alle ihre Wirkstoffe sind noch vorhanden und nicht verkocht oder verarbeitet. Sie enthält viel Vitamin C und das soll dem Körper helfen, gegen Viren, Bakterien, Keime und Pilze anzukämpfen. "Soll". Ich hab jetzt den Ernährungsstudienoberskeptiker Udo Pollmer im Nacken, der sagt, dass es völliger Quatsch ist, zu behaupten, dass Vitamin C gegen Erkältung hilft. Womit er eigentlich recht hat. Denn gesundes ausgewogenes Essen, zu dem auch Fleisch gehört und auch Schokolade und auch... ja eben, das vielseitig ist, da wir ja evolutionsbiologisch Allesfresser sind, hilft dem Körper, UNS, der Gesundheit und den körpereigenen Kräften gegen alle möglichen Krankheiten anzugehen. Aus eigener Kraft. Selbstheilungskräfte.

in der küche...
oder das Auge isst mit

Trotzdem, nicht zu unterschätzen: Das Auge isst mit! Und hinter dem Auge steckt der Instinkt. Der gesunde Instinkt dafür, was einem gut tut und was nicht. Was schmeckt und was nicht. Was schmeckt braucht der Körper meistens auch. Genau zu dem Zeitpunkt. Und wenns Schokolade ist, wofür die gut ist, weiß mittlerweile ja auch jeder.

Und wieder zurück zur Kapuzinerkresseblüte: Sie ist eben einfach schön! Ungewohnt auf dem Salat, dem Frischkäse, der Suppe - aber schön. Und sie ist essbar. Und noch viel wichtiger: Sie schmeckt köstlich. Denn sie hat in sich nicht nur die Schärfe (durch die Senföle), sondern noch eine Süße, die durch den Nektar kommt, den sie in der Blüte enthält.







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