Mittwoch, 17. Juli 2013

SOMMER, ZITRONENMELISSE und TONSCHIEFER von DÖNNHOFF


Es ist endlich Sommer! Und wie. Das Azorenhoch mit dem Namen YASMINE hat sich über Mitteleuropa eingenistet und hält die Tiefdruckgebiete im Norden fern. Und dies rund um die Siebenschläferzeit. Das kann also noch lange dauern und das wäre schön.

Ideales Wetter für die ZITRONENMELISSE. Nun wuchert sie wieder im Garten. Ein Kraut, das jede(r) gern im Garten hat und doch manchmal loswerden möchte. Denn sie wuchert wie Unkraut - in manchen Gärten. Wo sie sich wohlfühlt, da bleibt sie und nistet sich ein, wie das Sommerhoch.
Schön! Aber, was nun mit so viel Zitronenmelisse anfangen? Hmm, da gibt es so ein paar Rezepte: Melissentee, Melisse im Caipi, Melisse zum Fisch..., aber so richtig viele Ideen sind es dann doch nicht. Und schon gar nicht bei der Menge, die da so fröhlich im Garten wächst...



Jeden Tag Melissentee ist auch nicht so der Kracher. Wobei er gerade uns Internet-gestressten-mit-zu-vielen-Informationen-gefütterten-und-kaum-abschalten-können-Workaholics hilft, die Balance wieder zu finden. Frei nach dem Gesetz der Kräuterfrauen: "Im Garten wächst, was der Mensch gerade braucht"...

Drüber nachdenken und Tee trinken.

Melissentee

 

2 Teelöffel Melissenblätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 
zugedeckt 5 Minuten ziehen lassen und abseihen. 
Mehrmals täglich zu und nach den Mahlzeiten 1 Tasse trinken.


Aber nach Paracelsus (ich finde seinen eigentlichen Namen viel interessanter: Theophrastus Bombastus Philippus von Hohenheim) macht 'die Dosis erst das Gift'. Also auch nicht zu viel Melissentee. GENUSSTHERAPIE. Erst der Genuss - dann die Therapie, sozusagen 'by the way' oder Genuss mit allen Sinnen. Sinnlicher Genuss....Ich schweife ab.... und bin doch ganz bei der Sache. Es geht um den Genuss. Wer sich mit Tee nicht so anfreunden mag, der genießt vielleicht einfach nur den Duft dieser Pflanze im Garten. Zerreibt ein paar Blätter. Ätherische Öle kommen heraus, sie haben magische Namen wie Citral, Citronellal, Linalool, Geraniol - auch ein Nichtgärtner kann damit was anfangen, oder? Zumindest Weinkennern sind sie ein Begriff. Auch Wein ist eine Pflanze mit vielen Aromen.

in der küche...

 

Deshalb haben wir die Zitronenmelisse mal mit Pasta kombiniert. Mit Orecchiette, Ziegenkäse und Speck. Und Wein! Einen Wein mit Schiefearomen, die sich auf der Zunge zitronig säuerlich anfühlen.

 

Orecchiette mit Zitronenmelisse 

Zutaten für 4 Personen
500  Gramm
Orecchiette
1

Zitrone, unbehandelt
2

Knoblauchzehen
2 Bund
Lauchzwiebeln
1 Bund
Basilikum
1/2 Bund
Zitronenmelisse nach Belieben
1 Essl.
Olivenöl
300 Gramm
Ziegenkäse oder Frischkäse (leicht säuerlich sollte er sein)



etwas Weißwein, Pfeffer, Salz, Zucker und evtl. noch etwas Milch

Orecchiette in reichlich Salzwasser nach Packungsangabe kochen. Inzwischen für die Sauce die Zitrone heiß waschen und trocken tupfen, Schale abreiben und Saft auspressen. Knoblauch abziehen und in eine Knoblauchpresse geben. Lauchzwiebeln putzen, waschen und in feine Ringe schneiden. Basilikum und Zitronenmelisse evtl. leicht abbrausen und trockenschütteln. (Tipp: falls beides "Bio" oder aus dem eigenen Garten ist, dann lieber nicht, denn sonst gehen das Aroma und die ätherischen Öle verloren). Einige Blättchen zum Garnieren beiseite legen, Rest in feine Streifen schneiden.
Öl in einer Pfanne erhitzen. Lauchzwiebeln und Knoblauch darin andünsten. Mit Zitronensaft und etwas Weißwein ablöschen. Saft etwas einkochen lassen. Vom Herd nehmen. Mit dem Ziegenkäse/Frischkäse, der Zitronenschale und den Kräutern verrühren. Vorsicht, nicht aufkochen lassen, Gerinnungsgefahr! Falls die Sauce zu dick wird, noch etwas Milch dazu geben. Mit Salz und Pfeffer und Zucker abschmecken. Die Nudeln in ein Sieb abgießen und in der Pfanne sofort mit der Sauce vermischen. Mit den Kräutern garniert servieren.

Unsere eigene Variante: wir haben die Orecchiette noch mit gebratenen Speckwürfeln und geriebenem Comté garniert.....

und der wein dazu..

Dönnhoff, Tonschiefer, Riesling 2008


Es gibt Weine, die vergisst frau nicht... so dieser Wein. Irgendwann im Winter getrunken, die Weinnotizen find ich nicht mehr. Ich werd mich bessern ;-). Doch das ist bei diesem Wein nicht so wichtig, denn er blieb nachhaltig in meiner Erinnerung. So laaaang und diese Mineralität! Würzig, Zitronig..vom Tonschiefer. Daher würde ich ihn immer wählen zu einem Essen, das Zitronenaromen enthält. Er kann begleiten, sollte es aber nicht nur, sprich vorher trinken und nachher.




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