Freitag, 14. Januar 2011

SPÄTBURGUNDER! Schaefer, Leiner, Dorst & Consorten




Zu jedem dieser Weine kann man eine kleine Geschichte erzählen...

 

Weingut Karl Schaefer, Bad Dürkheim


Der rechte stammt vom 'Fuchsmantel' bei Wachenheim in der Pfalz. Sonnige Weinbergsterrassen, mit Mäuerchen, Schlehenhecken und Smaragdeidechsen. Mediterranes Klima. Südostausrichtung. Gemacht von Jan Gross, seit ein paar Jahren Kellermeister beim Traditionsweingut Karl Schaefer in Bad Dürkheim. Hier hat auch schon Hans-Jörg Rebholz gelernt. Der gelernte Küfer, Jan Gross, der vier Jahre bei Hillinger im Burgenland war, hat einen beachtlichen Holzfasskeller übernommen, das Herzstück des renommierten VDP-Weingutes. Tradition in diesem Weingut sind trockene geradlinie Rieslinge aus Terrassenlagen vom Forster Pechstein, Wachenheimer Gerümpel, dem Fuchsmantel, Michelsberg und Spielberg bei Bad Dürkheim bis hin zum Kalksteinriff des Ungsteiner Weilbergs. Also Lagen, die sich von Deidesheim bis nach Kallstadt hinziehen. Vom Buntsandstein über Basalt bis hin zum Kalk. Terrassenbewirtschaftung heißt Handarbeit. Maschinen kommen da nicht durch. Teilweise über 45 Jahre alte Reben, Einzellagen, Große Gewächse mit kleinen Beeren, konzentriert, extraktreich.

Fassprobe 2010, das wird ein geiler Jahrgang. Konzentration, Spiel...., und auch der Spätburgunder ist der Hammer! http://www.weingutschaefer.de/


Dorst und Consorten


Der nächste, der 'Dorst und Consorten' stammt vom langjährigen Kellermeister des Weinguts Friedrich Becker in Schweigen, Pfalz, an der französischen Grenze: Stefan Dorst. Als gelernter Weinsberger und Önologe hat er mitgewirkt an der Entstehung von Pinot Noirs, die so manche eingefleischte Franzosen nicht wirklich von burgundischen Burgundern unterscheiden konnten. Lange Zeit war er ein sogenannter 'flying winemaker'. Soll heißen, er jettete von der Pfalz nach Südafrika über Argentinien, Chile, Australien und der Schweiz zurück nach Spanien....oder andere Reihenfolge. Egal. Er hat bei der Entstehung einiger großer Rotweine mitgewirkt: Neben der Beckerschen Spitzen-Pinot-Noir-Klasse ist da zum Beispiel noch der 'Ladybird' aus Südafrika zu nennen. Der Marienkäfer (übersetzt) stammt vom Weingut Laibach in Stellenbosch. Dank der ökologischen Bewirtschaftung befinden sich eine Menge Marienkäfer in den Weinbergen, die dafür sorgen, dass die Läuse nicht überhand nehmen. Und nach denen wurde der Wein benannt. http://www.laibachwines.com/main.php?cat=team&cat2=5 und http ://www.ventadaubert.ch/deutsch/menschen/033c1c98d01136c17.html


Weingut Leiner


So, und nun zum Wein vom Sven Leiner. Auf dem Etikett sind sie schon abgebildet: die Helfer im Weingarten. Erinnert fast an das Bild von Claude Bourguignon mit den abertausend Bodenlebewesen, die in einem lebendigen und ungestörten Weinbergsboden existieren. Sven hat das kapiert und noch verfeinert. Er arbeitet biodynamisch. Es steht nicht auf dem Etikett, sein Wein heißt 'Handwerk'. Seine Arbeit ist Handwerk.

Sven hat einen Besen hergestellt aus Zweigen von neun verschiedenen Baumarten aus dem Pfälzer Wald. Selbst hergestellt. Damit rührt er und dynamisiert das Wasser, die Brühe, den Tee, den er spritzt. Nein, Sven Leiner ist wie viele Winzer, die biodynamisch arbeiten, kein Esoteriker. Sondern er gehört zu denjeningen, die die Natur, die Pflanze, den Wein verstanden haben und deshalb möglichst wenig eingreifen möchten. Kluges Nichtstun. Weniger ist mehr. http://www.weingut-leiner.de/

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