Mittwoch, 15. Dezember 2010

PASTA mit VOGELMIERENPESTO

Foto: Kaya U. Mangold, wiesengenuss

Die Vogelmiere



Ein in den Weinbergen weit verbreitetes 'Unkraut', in der Pfalz auch Hinkeldarm genannt oder Hühnerdarm - ja stimmt, Hühner lieben dieses Kraut ;-)

Für Kräuterköche ein leckeres Wildkraut, denn aus der Vogelmiere lässt sich ein frisches grünes Pesto zubereiten.

Frisch aus der Wiese gepflückt schmeckt die Vogelmiere nach Zuckererbsen und zartem jungen Mais. Im Pesto, mit Grana Padano und Limettensaft verfeinert, schmeckt sie nach zartem Frühlingsgrün, vielleicht noch vergleichbar mit ganz jungem Rukolapesto. Aber, eigentlich nicht vergleichbar...



in der küche..

 

Pasta mit Vogelmierenpesto 

Zutaten für 4 Personen

 

Pasta

250 g Mehl (Anm.: auf dem Bild wurde Kastanienmehl verwendet)
3 Eier
Salz und etwas Wasser, falls der Teig zu fest wird

Das Mehl zu den Eiern geben und mit den Knethaken des Handrührgerätes bei mittlerer Geschwindigkeit 3 Minuten kneten, bis sich ein fester Teig bildet. Den Teig aus der Schüssel nehmen und mit der Hand so lange fest kneten, bis er glatt, glänzend und elastisch ist. In Frischhaltefolie wickeln und 1 Stunde im Kühlschrank lassen.

Foto: Kaya U. Mangold, wiesengenuss

Pesto

etwa 100g Vogelmiere (es kann der zartgrüne Teil der ganzen Pflanze verwendet werden)
1 EL geröstete Pinienkerne
50 g geriebener Parmesan (Grana Padano)
1 Knoblauchzehe
100 ml Olivenöl extra vergine
1 TL Salz und ein paar Spritzer Limonensaft

Die Vogelmiere waschen, trocken schütteln und mit dem Knoblauch, dem Olivenöl, dem Parmesan, und den Pinienkernen im Blitzhacker pürieren. Mit Salz und Limonensaft abschmecken.

Von dem Teig mit dem Messer Stücke abtrennen und mit der Nudelmaschine dünne Teigblätter ausrollen. Zunächst auf der obersten Stufe 2 bis 3 mal durchrollen, dann immer eine Stufe herunterschalten (ebenfalls zwei bis drei Mal pro Stufe durchwalzen). Die Teigplatten auf einer bemehlten Arbeitsfläche auslegen und dann in etwa 5 mal 7 cm große Stücke schneiden.

In einem großen Topf in Salzwasser etwa 2 bis 3 min kochen. Abgießen, abtropfen (etwas Nudelwasser aufheben!) und in einer großen Schüssel mit dem Pesto mischen. Falls es zu trocken wird mit etwas Nudelwasser verdünnen. Portionsweise auf vorgewärmten Tellern servieren und zum Abschluss Parmesan darüber hobeln.


facts..


Stellaria media

Vogelmiere

Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae)

Die Vogelmiere gehört zweifellos zu meinen Lieblingswildkräutern. Sie ist unglaublich vielseitig in der Küche einsetzbar und hat einen köstlichen, frischen Geschmack nach jungem Mais und grünen Erbsen. Ihre volkstümlichen Namen „Hühnerdarm“ oder „Vogel-Sternmiere“ deuten schon an, dass die Vogelmiere auch noch anderen Geschöpfen schmeckt. An ihren zartgrünen, am Boden entlang gestreckten Blattstängeln wachsen seitlich kleine runde Blättchen mit einer feinen Spitze. Endständig sitzt eine kleine weiße Blüte. Sie wirkt unscheinbar, doch bei näherem Hinsehen wirkt sie mit ihren zehn strahlend weißen Blütenblättchen wie ein kleiner Stern. Daher rührt auch ihr lateinischer Name „Stellaria“.

Vorkommen: Die Vogelmiere wächst praktisch überall, ein echter Kosmopolit. Sobald irgendwo Erde frisch umgegraben wurde, der Boden feucht und stickstoffreich ist, wächst sofort die Vogelmiere darauf. Sie grünt und blüht fast das ganze Jahr über auf brachliegenden Äckern, an Ackerränderung, in Gärten, auf Gartenbeeten und zwischen den Rebzeilen. Ein häufiges „Unkraut“, das stark rasenbildend ist, jedoch oberflächlich leicht weggezogen werden kann.

Anmerkung: Die Samen der Vogelmiere werden von vielen Vogelarten als Nahrung genutzt, daher ihr deutscher Name. Seit der Jungsteinzeit ist die Vogelmiere ein Kulturbegleiter. Das heißt, sie wanderte bereits mit den ersten Ackerbauern in Europa ein und verbreitete sich später über die ganze Welt.

Inhaltsstoffe: Die Vogelmiere enthält die Vitamine A, B, C und große Mengen an Kalium. Bereits 50 g rohe Vogelmiere decken den Vitamin C Bedarf eines Erwachsenen. Ihre Inhaltsstoffe haben kühlende und schmerzlindernde Eigenschaften. Sie wirken blutreinigend, adstringierend und dem Extrakt sagt man außerdem noch eine antirheumatische Wirkung zu. Durch ihren Gehalt an Saponinen wirkt sie schleimlösend.

Ernte: Die Vogelmiere blüht von März bis Oktober, im milden Klima sogar noch länger. Sie wächst im Prinzip ganzjährig, sobald die Temperaturen über Null Grad gehen.

Verwendung in der Küche: Die zarte Vogelmiere lässt sich wunderbar zu einem grasgrünen Pesto verarbeiten. Man kann dazu die ganze Pflanze verwenden. Köstlich macht sie sich auch im Wildkräutersalat oder in Frühlingskräutersuppen. Alle Gerichte bekommen mit der Vogelmiere einen knackig, fruchtigen Geschmack, der an junges Gemüse erinnert.


















Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen