Montag, 1. November 2010

Der wilde Quendel und der zahme Thymian


Thymus serpyllum
Quendel
Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) 
 
Der Quendel ist der Wilde Thymian, auch Sand-Thymian oder Feld-Thymian genannt. Klein und ausdauernd wachsend, bildet er in Bodennähe flache Teppiche mit ausladenden Stängeln. Zerreibt man seine Blättchen zwischen den Fingern, verströmen die entweichenden ätherischen Öle einen würzigen Geruch. Hier ist er nicht ganz so aromatisch wie sein mediterraner Verwandter, doch je sonniger und wärmer seine Standorte sind, desto stärker ist auch sein Duft. Als Heil- und Gewürzpflanze wurde er schon im 15. Jahrhundert in Klostergärten angebaut.

Vorkommen: Der Quendel liebt trockene, sonnige Standorte. Besonders gerne kommt er auf trocken-warmen Böschungen, an Wegrändern und auf felsigem Untergrund vor. Er bevorzugt kalkhaltige Böden und ist ein typischer Bewohner von Kiefersteppenwäldern.

Inhaltsstoffe: Der Wilde Thymian enthält ätherische Öle, hauptsächlich Thymol und Cymol. An sonnigen Standorten wird besonders viel davon ausgebildet. Weiterhin enthält er Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide. Seine Inhaltsstoffe wirken verdauungsfördernd, krampflösend und antiseptisch. Als Hustensaft wirkt der Thymian befreiend auf die Atemwege; Kräutertees regen den Organismus an.

Ernte: Blättchen und Blüten des Thymians können gleichermaßen verwendet werden. Sie können während der ganzen Lebensdauer der Pflanze geerntet werden. Am besten zieht man dazu den holzigen Stängel entgegen der Wuchsrichtung durch die Finger.

Verwendung in der Küche: Der Quendel kann frisch oder getrocknet mitgekocht werden. Er eignet sich als Gewürz für Fisch, Fleisch, Wurst, Pasteten, Gemüse, Kartoffeln, Käse, Soßen und Pizza. 


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