Sonntag, 31. Oktober 2010

Weinrallye #38 SCHEUREBE & HUXELREBE



Underdogs & Wilde Weine - Weinrallye #38
Weegmüllers Scheurebe
Scheurebe hört sich irgendwie nach einer ganz alten, autochtonen Rebsorte an, ist aber eine Neuzüchtung aus einer unbekannten Wildrebe und dem bekannten Riesling. Auf die Idee kam der Rebenzüchter Georg Scheu im Jahr 1916. Leider ist die Wildrebe mittlerweile verloren gegangen. Das ist sehr sehr schade. Die „Scheu“ wie sie hier in der Pfalz genannt wird, ist ein wahrhaft „Wilder Wein“!
Spontan fällt mir zum Thema „Scheurebe“ gleich Steffi Weegmüller ein. Denn die beste „Scheu“, die ich bisher getrunken habe, kommt aus dem schönen Weingut der Weegmüllers in Neustadt-Haardt. Übrigens direkt neben dem Weingut Müller-Catoir gelegen, bei dessen mittlerweile pensionierten, aber immer noch legendären Kellermeister Hans-Günter Schwarz Steffi ebenfalls gelernt hat.

Die „Scheu“ der Weegmüllers ist ein Klassiker, was Aromenfülle angeht. Eindeutig: Schwarze Johannisbeere, Cassis dazu noch Grapefruitaromen mit einer schönen Restsüße und einer unglaublichen Länge.


Huxelrebe vom Immengarten Hof
Doch der Herr Scheu hat nicht nur die Scheurebe gezüchtet, sondern auch noch die Huxelrebe. Und zwar im Jahr 1927 aus Gutedel und Coutillier Musqué. Und jetzt wird’s interessant. Die Rebsorte Coutillier Musqué wird auch ‚Muscat précoce de Saumur‘ genannt. Saumur liegt an der Loire. Der Coutillier ist mit dem Frühburgunder verwandt und dieser wieder ist eine Mutation des Spätburgunders (Pinot Noir). Und der Gutedel heißt in Frankreich ‚Chasselas‘ und wurde schon im alten Ägypten angebaut. Doch bevor ich mich als Botanikerin jetzt noch tiefer in die Ampelografie vergrabe - zurück zur Realität und diese steht bei uns gerade als Mittagswein auf dem Tisch: Eine 2009er Huxelrebe Spätlese vom Weingut Immengarten Hof aus Maikammer, Südliche Weinstraße. Fast schon leergetrunken, als ich von der Weinrallye mit dem heutigen Thema „Underdog Scheurebe“ erfuhr (http://networkedblogs.com/9TXVR). Ist die Huxelrebe für mich doch ebenfalls ein Underdog. Besonders fein eine Huxelrebe Auslese. Zum gereiften Ziegenkäse. Als Dessertwein. Oder als Apéritif.

Und zum Essen die Huxelrebe Spätlese. Mit Weinstein. Kein Fehler, sondern ein besonderes Qualitätsmerkmal. Die Kristalle, auch „Edelsteine des Weines“ genannt, sind ein Zeichen für eine hohe Mineralität, Heute nennt man mineralische Weine „salzig“. Stimmt: Kaliumhydrogentartrat ist ein Salz. Schmeckt leicht säuerlich und sollte nicht wegdekantiert werden. http://www.deutscheweine.de/Alles-ueber-Wein/Wein-probieren/Weinstein/


Ja, und wie hat sie denn geschmeckt, die Huxelrebe? Sie hatte etwas beschwingtes. Birne, Melone, Mango, Passionsfrucht und ...Gurke. Mit nur neuneinhalb Prozent! Passend zum Wetter an diesem wunderbaren letzten Oktobertag. Und jetzt leg ich mich in die Sonne...

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