Samstag, 16. Oktober 2010

KORIANDER, CILANTRO

Der Echte Koriander
  • Familie Doldenblütler (Apiaceae)
  • weitere gebräuchliche Namen: Cilantro (span.), Arabische Petersilie, Asiatische Petersilie, Chinesische Petersilie, Gartenkoriander, Gebauter Koriander, Gewürzkoriander, Indische Petersilie, Kaliander, Klanner, Schwindelkorn, Schwindelkraut, Stinkdill, Wandläusekraut, Wanzendill, Wanzenkraut oder Wanzenkümmel
  • Vorkommen & Herkunft: Vermutlich stammt der Koriander aus dem Mittelmeergebiet. Schon vor 8000 Jahren wurde er verwendet, aus dieser Zeit stammen die ersten Nachweise aus Israel. Auch in Sanskrit Schriften und in Babylon wurde er erwähnt. Eine echte indoeuropäische Pflanze!

Heute teilt sich die Menschheit wohl in Korianderhasser und in Koriandersüchtige. Zu letzteren gehöre ich. Frischer Koriander, am besten mit Wurzeln gekauft, in einem frischen kühlen Joghurt, leicht mit Cumin gewürzt, Meersalz dazu und Limette - das hat Suchtfaktor!
Den Korianderhassern geht der Geruch auf den Geist. Er soll wanzenartig riechen. Da bin ich froh, dass ich noch nie eine Wanze gerochen habe...

Anis, Petersilie und Radikalfänger
Ich liebe sein anisartiges Aroma mit einem Hauch von Gartenkerbel, Petersilie und frischem Fenchel. Ja, die Aromen ähneln sich. In der Fachsprache heißen sie dann: Linalool, Geraniol,[8] α- und β-Pinen, Limonen, Geranylacetat, α- und γ-Terpinen und Borneol.
(Ein Teil dieser Aromen wie Linalool und Geraniol findet sich übrigens auch im Bukett von feinen Weinen.)
Und ausserdem enthält der Koriander wie seine Verwandten auch eine ganze Menge an ätherischen Ölen und gesunden Sekundären Pflanzenstoffen (z.B. Flavonoide), auch Phytamine genannt. Landläufig besser bekannt als Radikalfänger und diese sollen krebsvorbeugend wirken.
Weitere Bestandteile des Korianders sind Proteine, Stärke, Zucker, Pentosane, Gerbstoff, Vitamin C.

Vorsicht bei den Doldenblütlern!
Der Koriander gehört wie die Petersilie, der Anis, der Kerbel, der Dill und die wilde Möhre zu den Doldenblütlern. Eine große Pflanzenfamilie mit wunderbar würzigen Kräutern, die weder aus der mitteleuropäischen noch aus der mediterranen Küche mehr wegzudenken sind. Auch nicht aus der indischen, der mexikanischen, arabischen......
Doch die Kräuter, die hier verwendet werden, sind meist angebaut. Selten werden Wildkräuter verwendet. Denn diese haben meist ein weniger intensives Aroma und können leicht verwechselt werden, z.B, mit der giftigen Hundpetersilie, dem Taumelkälberkropf ........oder gar, dem Schierling!!

Sokrates & der Schierlingsbecher
Sokrates wählte den Schierlingsbecher! Er wusste was er tat. Er wählte sich eine zur damaligen Zeit ca. 400 v. Chr totsichere Hinrichtungsart. Vom damaligen Staat wurde der Schierling zusammen mit Opium sogar als Selbsttötungsmittel herausgegeben. Am giftigsten sind die Blüten!
Da Sokrates alles seinen Schülern erzählte und Platon es aufschrieb weiß man wie der Vergiftungsverlauf vor sich ging. Schierling wirkt lähmend. Die Lähmungen verlaufen von aussen nach innen. Erst die Hände und die äusseren Gliedmassen, dann die inneren Organe bis es schließlich zu einer zentralen Atemlähmung kommt.

Unsere Küchenkräuter = harmlos & würzig
Doch keine Angst, diese giftigen Inhaltsstoffe enthält der Koriander nicht! Falls sie jemals in unseren hausgebräuchlichen Küchenkräutern vorhanden gewesen sein sollten, so sind sie bestimmt seit über 5000 Jahren schon zugunsten der würzigen Inhaltsstoffe weggezüchtet worden. Oder kennt jemand einen Vergiftungsfall durch Petersilie?


in der küche..

und hier gibts ein Rezept mit Koriander: Chicken Chettinad

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