Dienstag, 10. August 2010

KLIMAWANDEL oder Pinot Noir aus Schweden?


Pinot Noir von der Villa Kunterbunt

++ Eilmeldung: In Grönland bricht ein Eisberg von der Größe Manhattens ab ++

Kaum ist es zu heiß oder zu kalt, kalben Gletscher oder toben Tornados - schon ist wieder die Rede vom "Klimawandel". Der Treibhauseffekt in aller Munde. Dabei hat der auch was Gutes - sagen zumindest die Grönländer. "GEWINNER DES KLIMAWANDELS - GRÖNLAND WIRD WIEDER GRÜN" So der Titel der National Geographic im Juli. Restaurants in der Hauptstadt Nuuk werben neuerdings mit regionalen Produkten, wie wildem Kohl vom Gletscherrand und Kartoffeln von der Südwestküste. Schmilzt das Eisschild weiter ab, so regen sich Hoffnungen auf Öl, Gas und anderen Bodenschätzen aus Grönland, die dem Land politische Unabhängigkeit sichern könnten. Bisher sind die Grönländer noch in fast allen Dingen vom Mutterland Dänemark abhängig.

Der Name Grönland war eine Idee Erik des Roten, ein Wikinger, der im Jahr 982 auf der Insel landete. Aus Island kommend war es quasi eine Marketingstrategie der Nordmänner ihr neu-gefundenes-Land "Grünland" zu nennen, um weitere Siedler an zu locken. Von dort aus segelten sie weiter gen Westen und fanden ein weiteres "New-found-land" an der Küste des heutigen Nordamerikas. Die wahren Entdecker Amerikas! War doch Grönland damals tatsächlich grüner als heute. Die Temperaturen lagen im Hochmittelalter, um das 11. Jahrhundert herum, sogar um etwa + 5°C höher als heute (heute im Vergleich ca. + 2°C). Das war nicht nur die HochZeit der Wikinger sondern auch die Blütezeit der Staufer. Zeitzeugen Friedrich Barbarossas berichteten vom lukrativen Weizenanbau in Sizilien und Weinanbau südlich der Donau. Im Bereich des heutigen Hallertau. Blühende Landschaften - trockene Sommer und angenehme Winter bescherten den Menschen damals Glück und Wohlstand. Bis im 14. Jahrhundert Mitteleuropa von der Kleinen Eiszeit heimgesucht wurde, und in ihrem Gefolge Pest, Cholera, Hexenverfolgungen und der Dreißigjährige Krieg! Das Ende der Kleinen Eiszeit setzt man erst so um den Zeitraum 1850 an. Und seither steigt die Temperatur wieder, kontinuierlich.....und seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts - immer schneller!

Weinbau im Klimawandel


Immerhin beschert der Temperaturanstieg den Schweden nun Weine aus Eigenanbau. Aufgrund des Klimawandels kam der Softwarespezialist Lauri Pappinen auf die Idee, auf Gotland - der Insel, auf der Pippi Langstrumpfs „Villa Kunterbunt“ steht - Wein anzubauen. Und damit hat er nicht nur in seinem Land Erfolg. Seine Weine werden von internationalen Kritikern gelobt, glaubt man zumindest einem Bericht des Spiegel TV. Pinot Noirs jenseits des 52° Breitengrads? Sein Weingut ist damit definitiv das nördlichste Europas. Wilder Wein im Norden. DPA Meldung.

Klingt alles sehr positiv und zumindest für die nördlichen Breiten verlockend. Im Hitzesommer 2003 gab es schon Spekulationen, ob nicht zukünftig Sachsen die Riesling Region Deutschlands, der Zukunft, würde und in der Pfalz pflanzten einige Winzer flugs Chardonnay und Merlot, damit sie auch in Zukunft noch die Sansibarianer auf Sylt mit Power Weinen beliefern können. Nur, dass die Temperaturerhöhung heutzutage eben deutlich schneller voranschreitet als damals. Und das macht die Sache schwierig und unkalkulierbar. Was-wie-wo passiert ist nicht vorhersehbar und schon gar nicht für Wissenschaftler und Meteorologen. Die ja selbst zugeben, dass Wetterprognosen über den Zeitraum von 3 Tagen hinaus schon unsicher sind und der Rest auch mit den neuesten Supercomputern immer noch nicht kalkulierbar ist. In welchen Bereichen es zu einer Temperaturerhöhung kommt, und in welchen nicht, berechnen aufwändige Computermodelle, die je nach Institut andere Prognosen liefern. Wo gibt es mehr Regen, wo kommt es zu größerer Trockenheit? Die Modelle unterscheiden sich. Nach El Nino ist jetzt neuerdings noch von La Nina die Rede. Dann kursieren Gerüchte von erhöhter Sonnenfleckenaktivität bis hin zur CO2 Sättigung der Troposphäre. Neue Treibhausgase werden verdächtigt...oder sollte ich....erfunden.... sagen? Das Ozonloch, früher in aller Munde, ist nun offensichtlich doch natürlichen Ursprungs. Und so weiter und so fort. „Die Wissenschaft hat festgestellt....“

Persönliche Anmerkung: Ich verfolge dieses Thema nun schon seit vielen Jahren. Seit meinem Biologie-Studium, in dem wir uns an unserem pflanzengeografischen Institut sogar wissenschaftlich damit auseinander gesetzt haben. Ich werde leider das Gefühl nicht los, dass die Wissenschaft in diesen zwanzig Jahren noch nicht wirklich einen Schritt weiter gekommen ist. Doch dann kommen alle möglichen Pseudowissenschaftler – auch in der Weinbranche – daher und reden vom Klimawandel. Und wegen dem Klimawandel muss man nun Chardonnay und Merlot anpflanzen...und Kiwis und vielleicht am besten noch Mangos......in der Pfalz. Hmm, wie wär‘s wenn man einfach mal ausprobiert, ob‘s der Riesling und der Spätburgunder nicht aushält? Zumal man ja noch nicht weiß, ob der Klimawandel den deutschen Weinbauregionen vielleicht sogar mehr Regen, statt mehr Sonne beschert?

Aber, eben, das ist ja das gefährliche an unserer menschengemachten Kohlendioxid-Rausblaserei. Wir haben keine Ahnung, was wir damit anrichten können, es ist noch nicht vollständig erforscht und deshalb sollten wir vorsichtig und nachhaltig  mit der umgebenden Natur umgehen.

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